Das verletzte Mädchen lag regungslos im Bett.
Geschwollenes Auge.
Verband über der Nase.
Arm im Gips.
Der Herzmonitor piepte ruhig durch die schwere Stille.
Die Mutter in dunkler Militäruniform stand bewegungslos daneben.
„Wer hat das getan?“
Das Mädchen versuchte zu sprechen, verzog sofort schmerzhaft das Gesicht.
Eine einzelne Träne lief langsam über ihre Wange.
Die Mutter bewegte sich nicht.
Ihre Finger schlossen sich fester um das Metallgitter.

Die Knöchel wurden weiß.
Das Mädchen nickte schwach.
„Er war nicht allein…“
Ihre Stimme brach.
„Sie haben gelacht.“
Etwas veränderte sich sofort im Gesicht der Mutter.
Keine Trauer mehr.
Nur kalte Wut.
Sie richtete sich langsam auf.
Die Medaillen an ihrer Uniform glänzten im kalten Licht wie Metallrüstung.
„Schau mich an.“
Das Mädchen hob zitternd den Blick.
„Keine Angst mehr.“
Ein kurzer Beat.
„Keine Tränen mehr.“
Dann zog die Mutter langsam ihr Telefon aus der Jacke.
Ihre Stimme wurde gefährlich ruhig.
„Sie haben den größten Fehler ihres Lebens gemacht.“
Sie hob das Telefon ans Ohr.
„Ich bin’s.“
Kurze Pause.
„Findet Dustin. Sofort.“
Gerade als sie sich abwenden wollte—
griff plötzlich eine schwache Hand nach ihrem Ärmel.
Die Mutter erstarrte sofort.
Das Mädchen sah sie mit neuer Angst an.
Ihre Stimme zerbrach völlig.
„Er hat etwas genommen.“
⚫ Teil 2 in den Kommentaren.
